silmo
SONNTAG 05.09.2010
AUS DER AKTUELLEN DOZ:
Neues Ausbildungszentrum in Düsseldorf >>Marktdaten für die Augenoptik: ein Überblick >>
button zum doz online shop
bild Aus der aktuellen DOZ:Neues Ausbildungszentrum in Düsseldorf
Männer bei der Arbeit: Ende August liefen die Vorbereitungen zur Eröffnung des Überbetrieblichen Bildungszentrum (ÜBL) auf dem Tetelberg 11 auf Hochtouren. Wo vor Wochen noch Wände eingerissen worden waren, war kurz vor der Premiere des Zentrums am 27. August noch alle Hände voll zu tun. Doch eins ist klar: Der gemeinsame Schritt der Augenoptikerinnungen in NRW eine sechsstellige Summe in die Hand zu nehmen und in Bildung zu investieren, wird nicht ohne Wirkung bleiben.

bildIn den Räumen des Bildungszentrums der Kreishandwerkerschaft Düsseldorf, Auf’m Tetelberg 11, werden seit Schulbeginn am 30. August rund 400 Auszubildende jährlich aus den Bereichen der Augenoptikerinnungen Aachen, Düsseldorf und RheinRuhr ihre überbetriebliche Ausbildung erfahren. Die in der Vergangenheit nur von Auszubildenden der Augenoptikerinnung Düsseldorf genutzten Räume wurden unter Verwendung eines sechsstelligen Investitionsvolumens an Eigenmitteln umfangreich umgebaut und technisch modernisiert. In zwei voll ausgestatteten Werkstätten mit 32 Arbeitsplätzen werden den Auszubildenden ergänzende Kenntnisse und handwerkliche Fertig keiten vermittelt. Ausgestattet mit modernsten Zentriersystemen ist auch das Erlernen der neuesten Techniken in Beratung und Verkauf gewährleistet.

Ute Limberg, Geschäftsführerin des NRW-Verbandes, ist stolz auf das Projekt: „Die Konzentration der überbetrieblichen Ausbildung ist nach erfolgreich vollzogener Fusion der beiden Teillandesverbände Nordrhein und Westfalen zum Augenoptikerverband NRW zum 1. Januar 2009 ein weiterer entscheidender Schritt, eine einheitliche Qualität der überbetrieblichen Ausbildung und damit auch einheitliche Prüfungsbedingungen sicherzustellen. Vorbild ist das seit vier Jahrzehnten erfolgreich geführte Bildungszentrum Augenoptik in Dortmund, in dem jährlich ca. 500 Auszubildende der Innungen Arnsberg, Münster und Ostwestfalen-Lippe unterrichtet werden. Auch für dieses Bildungszentrum übernimmt der AOV NRW zum 1. Januar 2011 die Trägerschaft.“ Die einheitliche Trägerschaft durch den AOV NRW führe zu erheblichen Synergien im Organisations- und Kostenbereich. Für Ausbildungsbetriebe seien damit stabil niedrige Kosten für die überbetriebliche Ausbildung gesichert. Durch die Zentralisierung und die damit einhergehender Vollauslastung auch des Düsseldorfer Bildungszentrums sei erstmalig zudem die laufende technische Modernisierung mit Hilfe öffentlicher Mittel für die Zukunft gewährleistet. In den Ausbildungszentren werden Auszubildende die Möglichkeit haben, Zusatzangebote wie Crash-Kurse vor Prüfungen sowie spezielle Fach-Seminare zu besuchen.

ZVA-Vizepräsident und Stellvertretender Obermeister Christian Müller: „Um eine der wichtigsten Aufgaben der Innung zu gewährleisten, nämlich die Ausbildungsbetriebe zu unterstützen und die zukünftigen Augenoptiker mit möglichst vielen und modernen Geräten vertraut zu machen, ist eine größere, von mehreren Innungen getragene überbetriebliche Ausbildung der notwendige Schritt in die Zukunft.“ Michael Odo Hauck von der Augen - optikerinnung Düsseldorf ergänzt: „Hier wurde eine echte Win-win-Situation geschaffen. Die Innungsmitglieder profitieren, weil wir einerseits durch Synergie Kosten minimieren und andrerseits die Ausbildungsqualität steigern können und so auch in Zukunft eine beispielhafte überbetriebliche Ausbildung sicherstellen. Die Augenoptikerinnung Düsseldorf hat vor ein paar Jahren viel Geld in die Hand genommen und eine brandneue Ausbildungsstätte aufgebaut. Um diese auch zukünftig vernünftig auslasten zu können, haben wir die Erweiterung zum landesweiten Ausbildungszentrum begrüßt. Außerdem sind wir auf dem Weg zu einem einheitlichen Ausbildungsstand und einheitlichen Prüfungen einen guten Schritt vorangekommen.“

Natürlich sei das Geld sinnvoll angelegt, denn qualifiziertes Personal werde auch zukünftig der Schlüssel zu profitablen Verkäufen im mittelständigen Augenoptikerbetrieb sein. Das wisse man nicht erst, seit Fielmann dies vormache. Einige Berufsvertreter bildeten allerdings nach wie vor unzureichend aus. Diese Lücke versucht die ÜBL zu schließen. Hauck: „Außerdem gelingt es uns, durch das professionelle Management der Einrichtung, an Fördertöpfe in erheblichem Umfang zu kommen. Nicht zu unterschätzen ist auch die Wirkung in der Öffentlichkeit. Die Schulen stehen im Blickpunkt. Die Ausbildungsleistung des Berufsstands, das Duale System, gerät allzu oft in Vergessenheit.“ Der Düsseldorfer erwartet, dass es vielleicht ein paar Anlaufschwierigkeiten geben werde, weil die Lehrlinge aus den anderen Innungen nun nach Düsseldorf fahren und weil die Düsseldorfer Lehrlinge nun das ganze Jahr hindurch ausgebildet würden: „Ich bin mir sicher, dass nach kurzer Zeit alle mit der neuen Lösung und der Ausbildungsleistung zufrieden sein werden. Ich erhoffe mir, dass die beiden Ausbildungsstätten in NRW sich künftig zu Kompetenzzentren für handwerkliche Augenoptik entwickeln werden und auch den Betrieben mit Rat und Tat zur Seite stehen werden. Ich würde es deshalb begrüßen, wenn auch die Kölner bald zu uns stoßen könnten.“

Christine Höckmann


Bild: Glen Gloy und Sven Nolte (links) – Dozenten am „ÜBL“ in Düsseldorf – ein paar Tage vor der Premiere des Überbetrieblichen Bildungszentrums in Düsseldorf: Es gab jede Menge zu tun.
bild
bild