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Aus der aktuellen DOZ:Neues Ausbildungszentrum in Düsseldorf
Männer bei der Arbeit: Ende August
liefen die Vorbereitungen zur Eröffnung
des Überbetrieblichen Bildungszentrum
(ÜBL) auf dem Tetelberg 11
auf Hochtouren. Wo vor Wochen noch
Wände eingerissen worden waren, war
kurz vor der Premiere des Zentrums
am 27. August noch alle Hände voll zu
tun. Doch eins ist klar: Der gemeinsame
Schritt der Augenoptikerinnungen
in NRW eine sechsstellige Summe in
die Hand zu nehmen und in Bildung zu
investieren, wird nicht ohne Wirkung
bleiben.
In den Räumen des Bildungszentrums
der Kreishandwerkerschaft Düsseldorf,
Auf’m Tetelberg 11, werden seit Schulbeginn
am 30. August rund 400 Auszubildende
jährlich aus den Bereichen der
Augenoptikerinnungen Aachen, Düsseldorf
und RheinRuhr ihre überbetriebliche Ausbildung erfahren.
Die in der Vergangenheit nur von Auszubildenden
der Augenoptikerinnung
Düsseldorf genutzten Räume wurden
unter Verwendung eines sechsstelligen
Investitionsvolumens an Eigenmitteln
umfangreich umgebaut und technisch
modernisiert. In zwei voll ausgestatteten
Werkstätten mit 32 Arbeitsplätzen werden
den Auszubildenden ergänzende
Kenntnisse und handwerkliche Fertig keiten vermittelt. Ausgestattet mit modernsten
Zentriersystemen ist auch das
Erlernen der neuesten Techniken in Beratung
und Verkauf gewährleistet.
Ute Limberg, Geschäftsführerin des
NRW-Verbandes, ist stolz auf das Projekt:
„Die Konzentration der überbetrieblichen
Ausbildung ist nach erfolgreich vollzogener
Fusion der beiden Teillandesverbände
Nordrhein und Westfalen zum Augenoptikerverband NRW zum 1. Januar 2009
ein weiterer entscheidender Schritt, eine
einheitliche Qualität der überbetrieblichen
Ausbildung und damit auch einheitliche
Prüfungsbedingungen sicherzustellen.
Vorbild ist das seit vier Jahrzehnten
erfolgreich geführte Bildungszentrum
Augenoptik in Dortmund, in dem jährlich
ca. 500 Auszubildende der Innungen
Arnsberg, Münster und Ostwestfalen-Lippe unterrichtet werden. Auch für
dieses Bildungszentrum übernimmt der
AOV NRW zum 1. Januar 2011 die Trägerschaft.“
Die einheitliche Trägerschaft durch
den AOV NRW führe zu erheblichen
Synergien im Organisations- und Kostenbereich.
Für Ausbildungsbetriebe seien
damit stabil niedrige Kosten für die überbetriebliche
Ausbildung gesichert. Durch
die Zentralisierung und die damit einhergehender
Vollauslastung auch des Düsseldorfer
Bildungszentrums sei erstmalig
zudem die laufende technische Modernisierung mit Hilfe öffentlicher Mittel für
die Zukunft gewährleistet.
In den Ausbildungszentren werden
Auszubildende die Möglichkeit haben,
Zusatzangebote wie Crash-Kurse vor Prüfungen
sowie spezielle Fach-Seminare zu
besuchen.
ZVA-Vizepräsident und Stellvertretender
Obermeister Christian Müller: „Um
eine der wichtigsten Aufgaben der Innung
zu gewährleisten, nämlich die Ausbildungsbetriebe
zu unterstützen und die
zukünftigen Augenoptiker mit möglichst
vielen und modernen Geräten vertraut zu
machen, ist eine größere, von mehreren
Innungen getragene überbetriebliche
Ausbildung der notwendige Schritt in die
Zukunft.“
Michael Odo Hauck von der Augen -
optikerinnung Düsseldorf ergänzt: „Hier
wurde eine echte Win-win-Situation geschaffen.
Die Innungsmitglieder profitieren,
weil wir einerseits durch Synergie
Kosten minimieren und andrerseits die
Ausbildungsqualität steigern können und
so auch in Zukunft eine beispielhafte
überbetriebliche Ausbildung sicherstellen.
Die Augenoptikerinnung Düsseldorf
hat vor ein paar Jahren viel Geld in die
Hand genommen und eine brandneue
Ausbildungsstätte aufgebaut. Um diese
auch zukünftig vernünftig auslasten zu
können, haben wir die Erweiterung zum
landesweiten Ausbildungszentrum begrüßt.
Außerdem sind wir auf dem Weg
zu einem einheitlichen Ausbildungsstand
und einheitlichen Prüfungen einen guten
Schritt vorangekommen.“
Natürlich sei das Geld sinnvoll angelegt,
denn qualifiziertes Personal werde
auch zukünftig der Schlüssel zu profitablen Verkäufen im mittelständigen Augenoptikerbetrieb
sein. Das wisse man
nicht erst, seit Fielmann dies vormache.
Einige Berufsvertreter bildeten allerdings
nach wie vor unzureichend aus. Diese
Lücke versucht die ÜBL zu schließen.
Hauck: „Außerdem gelingt es uns, durch
das professionelle Management der Einrichtung,
an Fördertöpfe in erheblichem
Umfang zu kommen. Nicht zu unterschätzen
ist auch die Wirkung in der
Öffentlichkeit. Die Schulen stehen im
Blickpunkt. Die Ausbildungsleistung des
Berufsstands, das Duale System, gerät
allzu oft in Vergessenheit.“
Der Düsseldorfer erwartet, dass es
vielleicht ein paar Anlaufschwierigkeiten
geben werde, weil die Lehrlinge aus den
anderen Innungen nun nach Düsseldorf
fahren und weil die Düsseldorfer Lehrlinge
nun das ganze Jahr hindurch ausgebildet
würden: „Ich bin mir sicher, dass nach
kurzer Zeit alle mit der neuen Lösung und
der Ausbildungsleistung zufrieden sein
werden. Ich erhoffe mir, dass die beiden
Ausbildungsstätten in NRW sich künftig
zu Kompetenzzentren für handwerkliche
Augenoptik entwickeln werden und auch
den Betrieben mit Rat und Tat zur Seite
stehen werden. Ich würde es deshalb begrüßen,
wenn auch die Kölner bald zu
uns stoßen könnten.“
Christine Höckmann
Bild: Glen Gloy und Sven Nolte (links) – Dozenten
am „ÜBL“ in Düsseldorf – ein paar Tage vor
der Premiere des Überbetrieblichen Bildungszentrums
in Düsseldorf: Es gab jede Menge
zu tun. |
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