"Da war eigentlich schon klar, wo die Reise hingeht"

Rodenstock und das Aus für die deutsche Optovision-Produktion

Erst Regen, dann Langen: Die Rodenstock-Gruppe verlagert nun auch die Brillenglasfertigung des Tochterunternehmens Optovision ins Ausland und will damit für eine bessere Auslastung des größten Produktionsstandorts der Gruppe im tschechischen Klattau sorgen. 230 Mitarbeitende in Langen verlieren als Folge ihren Job. Mehr und mehr wird deutlich, dass Investor Apax das Unternehmen augenscheinlich maximal profitabel aufstellen und so für einen anstehenden Weiterverkauf vorbereiten will.

„German Engineering“ statt „Made in Germany“: Der 2023 geänderte Claim auf den schwarz-rot-goldenen Gläsertütchen von Optovision nahm die aktuellen Entwicklungen vorweg.

© Privat

Erstveröffentlicht in der DOZ 04I25

Erst Regen, dann Langen: Die Rodenstock-Gruppe verlagert nun auch die Brillenglasfertigung des Tochterunternehmens Optovision ins Ausland und will damit für eine bessere Auslastung des größten Produktionsstandorts der Gruppe im tschechischen Klattau sorgen. 230 Mitarbeitende in Langen verlieren als Folge ihren Job. Mehr und mehr wird deutlich, dass Investor Apax das Unternehmen augenscheinlich maximal profitabel aufstellen und so für einen anstehenden Weiterverkauf vorbereiten will.

„Wenn aus Gerüchten Gewissheit wird, zieht es einem trotzdem den Boden unter den Füßen weg.“ So beschreibt Kerstin Sburlea die Gemütslage bei Optovision an diesem Tag Ende Februar, als die Arbeitgeberseite der Belegschaft von Optovision mitteilte, dass die Produktion des Glasherstellers aus dem hessischen Langen ins tschechische Klattau verlagert wird und rund 230 Mitarbeitende ihren Job verlieren werden. Besagte Gerüchte hätten laut der Betriebsratsvorsitzenden bereits Anfang vergangenen Jahres erstmals die Runde gemacht und Nahrung aus dem damals präsentierten neuen Markenauftritt gezogen. Denn nicht nur neue Farbgestaltung und neues Logo wurden Ende 2023 präsentiert, aus dem offensiv propagierten Qualitätsmerkmal „Made in Germany“ war nahezu unbemerkt „German Engineering“ geworden. „Da war eigentlich schon klar, wo die Reise hingeht“, sagt Sburlea rückblickend.

Jetzt Digital-Abo testen und weiterlesen!

Nutzen Sie das Probeabo digital drei Monate lang für nur 17 Euro.

Ihre Vorteile mit DOZ+
  • Zugang zu allen digitalen DOZ-Ausgaben (E-Paper)
  • Zugang zu allen DOZ+ Artikeln
  • Umfangreiches Heftarchiv (bis 2004)